Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Hier erfahrt Ihr, was ich in meinem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Mexiko alles erlebe. Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank für eure Gästebucheinträge.

August 2012

Hier für alle noch einmal die Projektbeschreibung:

Das Projekt, in dem ich arbeiten werde, nennt sich Hogar Comunitario Yach’il Antsetik. Hogar heisst "Zuhause". (http://www.yachilantzetic.com/). Das Projekt richtet sich an hauptsächlich indigene Frauen mit ungewollter Schwangerschaft, oftmals nach Vergewaltigung oder Missbrauch im familiären Umfeld, die keine Unterstützung haben. Die Frauen haben die Möglichkeit, im internen Wohnbereich bis nach der Geburt zu bleiben, und werden dort ganzheitlich begleitet und auf das Leben als alleinerziehende Mutter vorbereitet. Sollte sie sich zu einer Adoption entscheiden, geht es darum, die Mutter und den ganzen Adoptionsprozess zu begleiten. Dazu gehören neben der medizinischen und geburtsvorbereitenden Betreuung psychologische Gespräche sowie Kreativ- und Bildungsangebote.

22.8.2012

Hola,

ich bin vor wenigen Stunden angekommen, mitten in der Nacht, deshalb hab ich noch nicht soo viel gesehen. Aber alles, was ich gesehen habe, ist toll! Gleich gehen wir fruehstuecken und danach holt mich meine Vermieterin ab und dann werde ich mein neues Zuhause beziehen. Die naechsten Tage werde ich mehr berichten und auch Fotos reinstellen.

Kurze Beschreibung von der momentanen Situation: San Cris sieht aus wie auf Bildern, bunt und wunderschoen. Es regnet. Ich habe eine supernette Vermieterin, es gibt soo schoene Sachen auf Maerkten und auf der Strasse zu kaufen. Ab Montag hab ich zwei Wochen lang Sprachkurs. Ich fuehl mich wohl und kann mich einigermassen verstaendigen.

26.August 2012

Ich nehme mir jetzt mal ein bisschen Zeit und versuche die Erlebnisse der letzten Tage zusammenzufassen. Da ich zuhause kein Internet habe, gehe ich immer ins Internetcafe.

Also mein Zuhause: Ich hab schon ein Foto von dem Haus, in dem ich wohne, hochgeladen. Das koennt ihr euch in meinem Fotoalbum angucken. Ich wohne unten, habe dort ein kleines ZImmer (ohne Fensterscheibe, also nur ein Loch in der Wand - das wird kalt im Winter!), ein Bad (das Waschbecken dazu steht draussen) und eine Kueche.  Eine Freundin sagte, es ist eine Kueche wie in einer Comunidad. Comunidades nennt man hier indigene Gemeinden. Die Leute leben mit ihrem Volk zusammen, oft abseits der Zivilisation. Aber auch davon gibt es ein Foto. 

Es gab schon einige Erlebnisse mit Tieren, die ich vorher noch nie gesehen habe. Sie kommen meistens nachts unten durch den Tuerspalt in mein Zimmer. Unter anderem Spinnen, die angeblich giftig sind...ich weiss es nicht. Gut, dass ich mein Moskitonetz mitgenommen habe. 

Ich wohne ziemlich abseits vom Zentrum in einer eher aermeren Gegend, deshalb ist es hier auch relativ gefaehrlich. Im Dunklen hier lang zu laufen ist zu gefaehrlich, Taxi fahren zwar auch, aber irgendwie muss ich ja nach Hause kommen.

Taxis: Die Stadt hat ungefaehr 200.000 Einwohner und 200.000 Taxis, man braucht also keine Angst haben, stehen gelassen zu werden.

Zu den Menschen: Es gibt viele Indigene hier. Oft laufen sie auf der Strasse oder dem Zocalo (Hauptplatz) rum und verkaufen ihre selbstgemachten Dinge (Tuecher, Schals, Schmuck, Holztierchen). Es kommen auch viele Kinder zu mir und betteln darum, dass man etwas kauft. Kinderarbeit gibt es hier ziemlich viel. Leider koennen sie das verdiente Geld meist nicht fuer sich behalten, sondern muessen es abgeben. 

Ansonsten sieht man hin und wieder mal Rucksacktouristen, San Cristobal wird nicht umsonst die "magische Stadt" genannt. 

Gestern war ich auf einer Party, wo mir der Unterschied zwischen Arm und Reich zum ersten Mal richtig stark aufgefallen ist. Sie fand in einer riesen Villa statt und auch die Gaeste waren nur aus der Oberschicht, das hatte schon etwas Amerikanisches. Dann kommt man zurueck und sieht Kinder, die nachts um 2 Uhr noch auf der Strasse arbeiten muessen.

Heute war ich auf dem Markt einkaufen. Bis auf die Markthalle, in der Huehner zerhackt und auseinandergenommen werden und Trockenfisch schon tagelang rumliegt, ist der auch ganz schoen. Auch hier sieht man viele indigene Frauen, die Obst und Gemuese verkaufen.

So, eigentlich wuerde ich jetzt gern noch mehr schreiben, aber es ist schon ganz dunkel und irgendwie muss ich noch nach Hause kommen. 

Also bis bald.

29.08.2012

Seit gestern hat mein Sprachkurs angefangen. Ich habe jetzt für 2 Wochen 3 Stunden täglich Spanischunterricht, das macht total viel Spaß. Die Sprachschule ist oben auf einem Berg, von wo aus man die ganze Stadt sehen kann. Nach dem Unterricht können wir dort sogar noch zusammen kochen. Wir lernen hier auch Einiges über das Bildungssystem oder Straßenkinder in Mexiko, davon habe ich ja schon ein bisschen erzählt. Das gehört hier zum täglichen Leben dazu, tagsüber versuchen sie ihr Geld zu verdienen, in der Nacht suchen sie sich einen Schlafplatz.  Ich werde öfter von ihnen angesprochen, erst gerade wollte mir einer meine Schuhe putzen. In solchen Situationen weiß ich nie genau, was ich machen soll. Einerseits leben sie von diesem Geld, andererseits kommen sie immer wieder, wenn man einmal etwas kauft oder ihnen Geld gibt. Und wer weiß, wo dieses Geld wirklich hingeht. Viele investieren es auch in Drogen.

Heute hab ich  mir endlich ein Fahrrad gekauft, bisschen klein und auch nicht besonders schön, war aber günstig und es fährt. Jetzt muss ich nicht mehr den ganzen Weg ins Zentrum laufen. Es gibt auch Kombis, die haben aber keine festen Zeiten und Haltestellen, heute habe ich es zum ersten Mal geschafft, in einem zu fahren. Eine Fahrt kostet nur 5 Pesos, also umgerechnet etwa 30 Cent.

Habe mir ebenfalls einen Internetstick gekauft, jetzt habe ich zuhause Internet, die Verbindung ist aber sehr schlecht. Naja es reicht, um ein bisschen in den Blog zu schreiben und Mails zu checken.

Es hat schon seit drei Tagen nicht mehr geregnet, hab schon einen Sonnenbrand. Jetzt trocknen meine Handtücher sogar an einem Tag.

Manchmal fällt Strom oder Wasser aus, aber daran habe ich mich auch schon gewöhnt. So wie an fast alles, was hier anders ist.

Bald muss ich mich um mein Visum kümmern, dafür muss ich hier in San Cris zur Migra fahren. Dafür brauche ich aber noch Einiges,  so wie Strom- und Wasserrechnung, Fotos, Arbeitsnachweis, Kopien ... mal sehen,  wie ich das alles zusammenkriege.

In den nächsten Tagen lade ich noch mehr Fotos hoch, hier zuhause ist die Internetverbindung dafür zu schwach. Ich freue mich übrigens über jeden Gästebucheintrag, vielen Dank dafür.

01.09.2012

Seit drei Tagen regnet es wieder fast dauerhaft. An manchen Straßen sind die Bürgersteige ungefähr 70 Zentimeter hoch und es kommt schon ab und zu vor, dass das Wasser bis dahin steigt. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Hier ist Regenzeit, im September ist es besonders schlimm.

Heute waren wir auf einer Fiesta (Feier) von Pinguinos (Kindergarten und auch der zukünftige Arbeitsplatz einer Freiwilligen von uns). Das war ziemlich verrückt, denn dort waren nur Hippies. San Cris ist sowieso die Stadt der Hippies, aber das habe ich auch noch nie gesehen. Schon als wir durch die Tür kamen, kam uns eine Wolke von Marihuana entgegen. Die Leute alle sehr alternativ, ist ja auch schon etwas seltsam, dass die Mitarbeiter eines Kindergarten solche Fiestas veranstalten. Aber dafür sind sie hier auch bekannt. Wenn man weiß, wie billig hier Marihuana ist, ist es garnicht mehr so abwegig, dass schon Kinder Drogen nehmen.

Ich schreibe euch noch kurz etwas zum Machismo (Machismo, der; lat.-span., übersteigertes Männlichkeitsgefühl, Männlichkeitswahn, Betonung der männl. Überlegenheit) hier, denn ich habe gerade bemerkt, dass ich das noch gar nicht erwähnt habe. Das ist hier aber einer der vielleicht größten Unterschiede zu unserer Kultur. Die Rollenverteilung ist in den meisten Familien klar: Der Mann geht arbeiten, die Frau bleibt zuhause, macht den Haushalt und erzieht die Kinder. Oft haben die Männer neben ihren Frauen weitere Geliebte. Die Frau, mit der "Mann" verheiratet ist, ist halt nur für die Familie da und sozusagen die Vorzeigefrau. Viele Mexikaner haben auch ein großes Alkoholproblem, oft herrscht Gewalt in den Familien.

Machismo äußert sich aber auch auf der Straße. Gerade wir als "Weiße" werden oft angesprochen, das ist aber nicht einfach nett gemeint. Die Männer pfeifen einem hinterher oder es kommen Ausdrücke wie Hermosa, Mamasita, Mona... das ist alles sehr sexuell gemeint. Auch die Blicke bleiben von uns nicht unbemerkt, Autos voll von Mexikanern fahren langsamer an einem vorbei und alle starren einen an.

Dann gibt es noch den Ausdruck "gringa/gringo": Gringos werden eigentlich die Amerikaner genannt, wird aber heute oft verallgemeintert und bedeutet einfach Ausländer. Ursprünglich richtete es sich aber an die grün gekleideten Soldaten, die im mexikanisch-amerikanischen Krieg von Nordamerika nach Mexiko kamen. Man sagte "Greens go home" bzw. "Green go". Daraus wurde einfach "Gringo".

Ich fühle mich hier schon ziemlich beobachtet, man geht halt nicht einfach durch die Straßen wie in Deutschland, ohne darüber nachzudenken, wie man sich bewegt oder verhält.

So, ich gehe nun schlafen. Morgen früh fahre ich über das Wochenende nach Ocosingo, eine kleine Stadt, etwa zwei Stunden von hier entfernt. Buenas noches.

06.09.2012

Ocosingo ist eine sehr schoene Stadt, sehr mexikanisch und heiss. Ich durfte zweimal bei einer mexikanischen Familie typischen mexikanisch essen, was ein tolles Erlebnis war (dazu gehoeren zum Beispiel Tortillas und Bohnen). Am Sonntag bin ich von Ocosingo nach Toniná gefahren, eine der bekanntesten Ausgrabungsstaetten. Ich versuche euch Bilder hochzuladen, aber die Verbindung ist gerade schlecht.

Ansonsten habe ich jetzt nur noch zweimal Sprachkurs, am Freitag besuche ich schon einmal mein Projekt.

Morgen fahren wir zur Migra, um unser Visum zu beantragen, danach will ich mir dort in der Einkaufsmall unbedingt noch Schuhe kaufen. Hier regnet es mal wieder viel und mein eines Paar Schuhe ist schon geschimmelt, weil sie nicht trocknen. Naja, noch ein Monat, dann ist die Regenzeit vorbei.

Am naechsten Wochenende haben wir fuer zwei Tage unser Einfuehrungsseminar in Comitán. Bin schon sehr gespannt.

 

10.09.2012

Am letzten Freitag habe ich zum ersten Mal mein Projekt besucht. Die Situation war zuerst etwas seltsam, die Frauen dort waren sehr schuechtern. Trotzdem haben sie mich alle sehr herzlich aufgenommen und mir gleich beigebracht, wie man Armbaender knuepft. Heute fange ich richtig an zu arbeiten.

Freitagabend waren ein paar Freunde und ich im Vegano Sol essen. Es ist ein privates kleines Restaurant, wo es nur veganes Essen gibt. Wir haben dann auch gleich ein kleines Privatkonzert von den Besitzern bekommen,     mit Gitarre, Gesang, Percussion und Tenorsaxophon. Die Lieder waren etwas spirituell, passte aber super zum veganen Essen, von wegen Natur und so. Danach ging es mir allerdings nicht besonders gut, dieses Wochenende hatte ich dann zum ersten Mal Probleme mit dem Magen. War auch schon sehr verwundert, dass ich bisher alles vertragen habe.

Am Samstagmorgen sind wir ueber Comitán nach Tzimol in das Projekt Tsomanotik gefahren. Tsomanotik ist ein Zentrum, welches nach agraroekologischen Prinzipien Landwirtschaft betreibt und sein taegliches Leben organisiert. Ausserdem werden dort Aspekte von Nachhaltigkeit und Umweltschutz vermittelt. Sowohl in der Landwirtschaft als auch im Bildungsbereich arbeiten Jugendliche aus unterschiedlichen Orten und Kulturen. Ziel ist es, nachhaltig zu leben und zu arbeiten und Respekt und Verantwortungsbewusstsein  gegenueber der Umwelt und anderen Menschen zu entwickeln. Dort haben wir unser Einfuehrungsseminar gemacht. Wir haben zu Themen wie Sicherheit, Reisen, Klima, Gesundheit und Hygiene gearbeitet. Ausserdem gab es viel Organisatorisches zu regeln. In Tsomanotik habe ich auch mein erstes Trockenklo gesehen. Trockenklos werden hier ueberwiegend in Comunidades gebaut. Es gibt keine Wasserspuelung. Aehnlich wie bei einem Plumpsklo werden Kot und Urin in Behaeltern gesammelt (allerdings getrennt)  und damit werden nachher die Felder geduengt. Hier eine Abbildung davon:

Gestern Abend hatte ich ein sehr schoenes Erlebnis. Zum ersten Mal wurde ich von zwei Strassenkindern gefragt, ob ich ihnen etwas zu essen kaufe, und nicht nur um Geld gebeten. Das habe ich dann auch getan und habe spaeter gesehen, wie sie das mit anderen Kindern geteilt haben. Das war das erste Mal, dass ich sicher sein konnte, dass ich wirklich den Kindern etwas Gutes tun konnte.

18.09.2012

Letzte Woche habe ich schon mit meiner Arbeit im Hogar Comunitario begonnen. Momentan bin ich noch dabei, alles kennenzulernen und die Strukturen zu durchblicken. Als ich in der letztne Woche angefangen habe, waren zwei Frauen dort, 15 und 17 Jahre alt. Beide sind hochschwanger und bekommen bald ihr Kind. Die 15-Jaehrige will ihr Kind allerdings vielleicht nicht behalten. Sie kommt aus einer Comunidad und ist ziemlich eingeschuechtert. Ich kenne die Hintergruende nicht so genau. Jedoch wurden sie kuerzlich ueber ihre Rechte als Frauen aufgeklaert (zum Beispiel, dass sie keine Verbindung mit einem Mann eingehen muessen, wenn sie nicht wollen) und Vieles war fuer sie neu, was fuer mich sehr schockierend war.

Mitte letzter Woche ist ein Maedchen dazu gekommen. Sie geht aber morgen wieder, sie ist erst im dritten Monat schwanger und ihre Familie wusste nichts davon. Sie kommt aus einer sehr gewalttaetigen Familie und brauchte deshalb erst einmal einen Zufluchtsort.

Ende letzter Woche ist noch eine weitere Frau gekommen. Sie ist 17 Jahre alt und hat vor zwei Jahren ihr Kind im Hogar geboren. Ich bin mir nicht sicher, ob sie unter Drogen steht, jedenfalls ist sie ziemlich durcheinander und seltsam und niemand weiss so genau, wo ihr Kind ist. Sie selber kann sich auch nicht erinnern. Mal sehen, wie lange sie bleibt und wie es mit ihr weitergeht.

Es gibt verschiedene Aktivitaeten im Hogar, jeden Tag von 10-12 Uhr und von 14-18 Uhr, zum Beispiel: Macramé, Buchbindearbeiten, Schmuck selber machen, um ihn zu verkaufen und damit das Projekt zu unterstuetzen,  Alphabetisierungskurse, Aufklaerungsunterricht. Die Frauen erarbeiten viel zu ihren Rechten, ihren Kapazitaeten, ihrem Hintergrund (z.B.Familie), wie das Leben mit einem Kind ist, ...

Jeden Mittag koche ich mit ihnen zusammen, jetzt lerne ich auch mexikanisch kochen. Ich kam mir aber am Anfang schon bloed vor, weil ich das ja noch nie gemacht habe. Das macht aber total viel Spass, bis auf die Tage, an denen es Huhn oder Fisch gibt... Hier werden die Tiere fast komplett gegessen, das ist nicht immer so appetitlich.

Also bisher habe ich noch nicht wirklich eine eigene Aufgabe, mir wurde gesagt, dass ich ab Oktober feste Arbeitszeiten und Aufgaben bekomme, darauf verlasse ich mich aber nicht, ich bin schliesslich in Mexiko. Hier wird viel geredet, aber ob es wirklich passiert, ist immer eine andere Frage.

Letztes Wochenende (16.9.) war der Tag der Independencia (Unabhaengigkeit). In ganz Mexiko wurde viel gefeiert.  Die Stadt war ueberfuellt von Menschen, Umzuegen und Essensstaenden. Um Mitternacht gab es ein Riesenfeuerwerk, das war echt toll anzusehen.

 

Ihr Lieben, ich hab im Moment bisschen Probleme mit dem Blog. Das funktioniert gerade alles nicht so, wie ich das möchte. Aber sobald ich genug Zeit habe, kümmere ich mich darum, also wundert euch nicht, wenn mal ein paar Fotos nicht angezeigt werden oder so. Ansonsten geht es mir gut, die letzten Tage waren nur etwas anstrengend mit dem Umzug und Reparaturen hier im Haus. Aber davon berichte ich bald.

                                                          

 

Ocosingo

30.09.2012

Das mit den Fotos funktioniert immer noch nicht so ganz   , aber jetzt schreibe ich euch erst einmal, was in der letzten Zeit passiert ist. Am letzten Samstag bin ich nach der Arbeit nach Ocosingo gefahren. Dort haben wir einen Geburtstag auf einer Ranch gefeiert. Da es in Ocosingo so schön warm ist, sind wir nachts noch stundenlang im Pool schwimmen gegangen, was echt toll war, denn ich vermisse hier so ein bisschen das Wasser (es gibt hier nicht wirklich Schwimmbäder). Aber wenn alles klappt, fahre ich nächstes Wochenende an die Pazifikküste. Am Sonntagabend bin ich zurück nach San Cristobal gefahren.

Montagabend bin ich umgezogen. Das war schon länger geplant, da mein altes Zimmer - so idyllisch es dort auch war - sehr weit weg war. Ins Zentrum bin ich etwa 50 min, zur Arbeit über eine Stunde gelaufen. Dieser Weg hat mir viel Zeit weggenommen . Abgesehen davon, habe ich mich dort manchmal etwas einsam gefühlt. Meine Vermieterin hat zwar über mir gewohnt, aber wir haben uns nur selten gesehen. Jetzt wohne ich im Zentrum in einer WG mit einer Mexikanerin, einem Mexikaner und ab Sonntag einer weiteren Mexikanerin zusammen. Der Umzug war allerdings etwas kompliziert. Meine Vermieterin hatte mir gesagt, dass ich Montag einziehen kann, ich hatte aber noch keine Schlüssel und konnte sie an dem Tag nicht erreichen. Also bin ich mit meinen ganzen Sachen hingefahren - natürlich war keiner da! Ich fuhr wieder zurück und bekam eine halbe Stunde später eine SMS von meiner Vermieterin, dass sie sofort wiederkommt und ich dann einziehen kann. Es war allerdings schon 21Uhr abends, um diese Zeit fahren bei mir in der alten Gegend keine Taxis mehr. Mein "Taxifahrer des Vertrauens" konnte auch nicht kommen; zuviel Verkehr. Nach einer weiteren Stunde habe ich es doch noch geschafft, ein Taxi zu bekommen. Ich war also endlich hier. Aber als wäre das alles nicht schon genug Aufregung gewesen, ist am selben Abend noch mein Fußboden aufgesprungen. Als hätte jemand von unten in die Decke gehauen, sind meine Fliesen hochgegangen. Am nächsten Morgen wurde ich dann von etwa 15 Handwerkern (für 10 Fliesen!!!) geweckt. Also bin ich für die letzten Tage noch einmal ins Nachbarzimmer gezogen, was zum Glück gerade frei ist. Aber jetzt bin ich wieder in meinem eigenen Zimmer und kann mich etwas einrichten.

 

          

                  unsere WG-Küche                                                               mein Zimmer         

 

Bei der Arbeit ist alles beim Alten. Am letzten Freitag habe ich meinen ersten eigenen kleinen (!) Workshop gemacht. Wir (die schwangeren Frauen und Ich) haben über ihre Träume und Ängste geredet und danach Traumfänger gemacht. Es war schön, endlich mal eine Aufgabe zu haben und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen und gebraucht zu werden. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Woche meine festen Aufgabenbereiche bekomme. Allerdings bin ich ja auch erst seit drei Wochen in meinem Projekt, muss mich einarbeiten, alles kennenlernen, die Leute kennenlernen...wahrscheinlich brauche ich etwas mehr Geduld. Die Mexikaner sind ja ausserdem auch nicht die Schnellsten.

Um noch einmal auf die vielen Handwerker und die Gemütlichkeit der Leute zurück zu kommen: Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass, egal wo man ist, immer viel mehr Leute arbeiten als es Arbeit gibt. Im Restaurant zum Beispiel sitzen 5 Gäste und es gibt 10 Kellner. Deshalb muss man aufpassen, dass der Teller nicht abgeräumt wird, bevor man aufgegessen hat. Die Angestellten haben oft nicht wirklich etwas zu tun, die Regelung ist hier aber so, dass jeder einfach jeden Tag zur Arbeit kommen muss, sonst verliert er seinen Job. Teilzeitarbeit oder so etwas gibt es hier nicht. Ein Beispiel: Letztens wollte ich mir Nutella kaufen, was hier im Supermarkt eingeschlossen ist. Einem sollte ich zeigen, was ich möchte, der Nächste kam zum Aufschließen, der Dritte hat mir das Glas zur Kasse getragen... Wie auch immer, aber das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass hier alles langsamer geht und nicht immer unbedingt effektiv gearbeitet wird, zumindest ist das oft mein Eindruck.

Um kurz zusammenzufassen, wie es mir geht: Ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war, nach Mexiko zu gehen. Auch wenn ich bei der Arbeit noch nicht so richtig meinen Platz gefunden habe, ist es ein tolles und sehr wichtiges Projekt und ich hoffe, dass ich bald mehr zu der Arbeit beitragen kann. Ich habe das Gefühl, dass es mich erfüllt, einfach hier zu sein. Ich hoffe, dass ich euch die Kultur durch meinen Blog etwas näher bringen kann.

San Cristobal

09.10.2012

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal die Pilzzucht bei meiner Arbeit entdeckt. Die hatte ich schon die ganze Zeit gesucht, meine Vorstellung war eigentlich, dass halt irgendwo Pilze wachsen. Der Vorgang ist aber etwas komplizierter. Wir bekommen regelmäßig getrocknete Gehäuse von Maiskolben aus einer Comunidad. Die Guten werden von den Schlechten getrennt. Alle Guten kommen in große Eimer mit Wasser und Desinfektionsmittel. Darauf kommen getrocknete Bohnenhülsen. Das Ganze bleibt dort zwei Tage drin, um richtig desinfiziert zu werden. Anschließend wird alles getrocknet und danach in Plastiktüten zusammen mit dem Pilz (allerdings in Form von kleinen weißen Krümeln in Plastiktüten, die im Kühlschrank aufbewahrt werden) verpackt. Die Tüten kommen dann in einen dunklen Raum und nach mehreren Wochen in einen Lagerraum. Dort wird die Masse von den Plastiktüten außenherum befreit und es wachsen Pilze. Übrigens ist die Pilzzucht Teil der Herbolaria (Pflanzenheilkunde) im Hogar. Mit den Pflanzen, die wir selber anbauen, verdienen wir etwas Geld. Hier ein Foto davon, wie die Pilze entstehen:

Die Pilzzucht im Hogar Comunitario

Außerdem habe ich letzte Woche zum ersten Mal den Taller de barro - Tonworkshop begleitet. Dies ist ein öffentlicher Workshop, der zweimal in der Woche stattfindet. Abgesehen davon, dass vieles Getöpferte wieder verkauft wird, dient diese Zeit dazu, die Frauen in ihrem Prozess zur Autonomie oder der Schwangerschaft zu begleiten. Viele Vorgänge oder Themen, die sie beschäftigen, spiegeln sich in den Dingen wieder, die sie entwerfen. Außerdem ist hier auch Raum für viele Gespräche untereinander, was oft am meisten hilft.

Töpferworkshop

Da dies mein erstes Wochenende war, an dem ich frei hatte, bin ich direkt mal an die Pazifikküste gefahren. Zusammen mit zwei anderen Freiwilligen wollten wir eigentlich an den Boca del Cielo. Aber als wir in Puerto Arista ankamen, haben wir dort gleich eine günstige Unterkunft gefunden und sind da geblieben, was eine wirklich gute Entscheidung war, denn es ist wahrscheinlich genauso schön, nur günstiger als Boca del Cielo. Wir haben bei einer Familie ein Zimmer gemietet, pro Nacht pro Person etwa 3 Euro. Es war ein wunderschönes erholsames Wochenende. Wir saßen den ganzen Tag am Strand und haben abwechselnd gelesen und sind schwimmen gegangen. Das Schwimmengehen war allerdings gar nicht so entspannt. Der Pazifik hat eine wahnsinnig starke Strömung und riesen Wellen. Wir wurden regelmäßig von den Einheimischen gewarnt, was wirklich nicht verkehrt war, denn sobald man weiter als etwa 20 Meter ins Meer geht, kommt man alleine nicht mehr raus! Nachts werden an den Stränden (unter anderem vom Militär) immer Schildkröten gesucht und die Eier eingesammelt, hier ein Foto davon:

Mit der Arbeit geht es immer weiter aufwärts. Nachdem ich in der letzten Woche noch einiges Neues gesehen habe und dazu gelernt habe, bekomme ich nun langsam meine eigenen Aufgaben. Heute hatten wir eine Reunion - Besprechung, bei der mir klar geworden ist, dass es im Hogar wohl generell momentan schwierig ist. Es kommen in letzter Zeit nicht besonders viele Frauen zu den öffentlichen Workshops (Töpfern, Alphabetisation,...). Daher kommt es auch, dass es in den letzten Wochen nicht so viel zu tun gab, vor allem auch im Bereich Orugas - Kinderbetreuung, denn wenn keine Frauen kommen, gibt es auch kaum Kinder. Wir machen jetzt also wieder mehr Öffentlichkeitsarbeit und ich soll dann unter anderem den Bereich Orugas übernehmen. Außerdem habe ich heute zum ersten Mal Sebastián kennengelernt, ein 14-jähriger Junge, der im Hogar mit Behinderungen (unter anderem Downsyndrom) auf die Welt gekommen ist und bis heute dort Massagen bekommt. Seine Mutter nimmt in der Zeit an der Alphabetisation teil. Die Arbeit mit Sebastián soll ich auch bald übernehmen. Mir ist heute aufgefallen, dass er besonders auf Geräusche und Klänge reagiert, vielleicht lässt sich da etwas mit Musik machen.  

15.10.2012

Das erste Baby ist geboren! Letzte Sonntagnacht (8.10.) hat Claudia, 15 Jahre alt, ihren Sohn Francisco geboren. Während sie noch schwanger war, sagte sie immer, dass sie ihr Kind abgeben möchte, aber jetzt sieht es so aus, als würde sie es doch behalten wollen. Francisco ist gesund und auch schon ganz schön groß. Mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.

Claudia und Francisco

Ich war jetzt endlich mal beim Arzt, mir geht es schon seit Wochen nicht soo gut, jetzt weiß ich, dass ich Parasiten habe. Wie auch alle anderen Freiwilligen. Das ist hier aber relativ normal und auch gut zu behandeln, jetzt nehme ich drei Tage Antibiotika und hoffe, dass es mir dann wieder besser geht. Ansonsten haben wir alle gerade noch Flöhe. Aber auch das haben in San Cristobal total viele Leute, jeder Straßenhund und Haushund hat Flöhe, da bleibt das halt nicht aus. Ist ja aber auch nichts dramatisches, außer dass die Bisse extrem jucken.

Die letzten Tage waren total warm, die Nächte dafür umso kälter, dafür regnet es gar nicht mehr, was echt sehr erleichternd ist und auch Vieles einfacher macht.

Die letzte Woche war arbeitstechnisch relativ anstrengend, wir hatten mehrere Versammlungen und die dauern stundenlang und es wird viel hin und her diskutiert.

Seit einer Woche gibt es zwei Häuser weiter von mir jeden Abend bzw. jede Nacht eine Messe für die Virgen – Jungfrau San Juan aus Guadalajara. Oft finden Messen und Gottesdienste in Privathäusern statt und dauern mehrere Stunden. Es wird ein Altar aufgebaut und alles geschmückt – für deutsche Verhältnisse ziemlich kitschig -  um die Jungfrau zu ehren.  An sich ist das ja ganz schön und sehr festlich, aber ehrlich gesagt, die Gesänge sind manchmal schrecklich und lassen mich nicht schlafen. Im Fotoalbum gibt es ein Foto davon.

Ich glaube, ich habe euch noch gar nicht richtig vom mexikanischen Essen erzählt: Zum Frühstück isst man Rührei, Bohnen und Tortillas. Zu Mittag oder Abend ebenfalls Bohnen ( die gibt es eigentlich immer, allerdings püriert und dann gebraten, sieht aus wie leckeres Schokomousse), Huhn (hier isst man alles vom Huhn), Gemüse, Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Quesadillas (Tortillas mit Käse), Pozole ( Maissuppe), Maiskolben mit Mayonnaise, Käse und Chili und immer zu allem Tortillas. Oft werden auch kein Besteck oder Servietten benutzt, die Tortilla ist allzwecktauglich. Säfte werden immer aus frisch pürierten Früchten gemacht, das nennt sich dann Agua de Naranja, Mango…(je nach Frucht). Leider kommt da auch immer wahnsinnig viel Zucker rein, welcher aus dem erst so gesunden Getränk eine Kalorienbombe macht. Das Essen finde ich aber super. Auch wenn es sich nicht so attraktiv anhört, dauernd Bohnen zu essen, so wie sie hier gemacht werden, ist das echt lecker.

21.10.2012

Letzte Woche haben meine Arbeitskolleginnen ein Batikkissen von mir verkauft, das war eigentlich gar nicht dafür gedacht, aber so konnte auch ich etwas zur Verbesserung der finanziellen Situation tun. Wir hatten auch zum ersten Mal in der Kinderbetreuung „viele“ Kinder, vielleicht knapp 10, aber das war schon fast anstrengend, vor allem, weil ein kleines Mädchen dabei ist, welches die ganzen drei Stunden durchschreit, weil es zu seiner Mama will. Wenn die Situation so bleibt und jetzt öfter mal mehrere Kinder kommen, wollen wir uns aufteilen, um besser mit ihnen arbeiten zu können. Momentan ist das noch schwierig, da alle Kinder zwischen 1 und 12 Jahren zusammen sind. Wir haben auch schon darüber gesprochen, ob ich dann einmal in der Woche mit einer Gruppe Musik machen könnte, aber jetzt müssen wir erst einmal abwarten.

Lucie, meine Arbeitskollegin, die den Töpferworkshop leitet, hört jetzt auf zu arbeiten, da sie schwanger ist. Das bedeutet für mich, dass ich zusammen mit einer anderen Kollegin diesen Workshop übernehme, jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag.

Claudia reist bald mit ihrem kleinen Francisco ab, sie geht zurück in ihre Comunidad. Bei wem sie dort lebt, ist aber nicht geklärt. Eigentlich wollte sie zu ihrer Großmutter ziehen, jedoch hat sich jetzt herausgestellt, dass ihr Großvater dagegen ist.  Blanca, 19 Jahre alt und im 8. Monat schwanger, ist dazugekommen. So viel weiß ich von ihr allerdings noch nicht, nur dass sie noch mit dem Vater ihres Kindes zusammen ist und er sie jetzt manchmal besuchen kommt.

Gestern (Samstag) bin ich zu den Grutas del Rancho Nuevo gefahren, das sind Grotten in der Nähe von San Cristobal. Der Wald drumherum sieht aus wie in Deutschland, dort sind wir ein paar Runden geritten. Es war mal wieder schön, raus zu kommen. Außerdem war dieses Wochenende ein internationales Kulturfestival hier in San Cris. Es gab eine riesen Bühne direkt auf dem Zocalo (Marktplatz) neben der Kathedrale. Es sind verschiedene Artisten aufgetreten. Heute gab es ein Konzert mit verschiedenen Bands.(http://www.youtube.com/watch?v=92KRS0By9QQ).

Deswegen habe ich gestern Abend Besuch von 3 Freunden aus Ocosingo bekommen. Wir sind nach dem Auftritt zusammen mit den anderen Deutschen auf eine Party gegangen, deren Erlös für Miguel bestimmt war. Ich kenne Miguel nicht, aber er ist wohl ziemlich bekannt hier. Er hat sich lange politisch engagiert. Irgendwann wurde er mit –wohl etwas zuviel- Marihuana von der Polizei erwischt und unter diesem Vorwand hinter Gitter gebracht, der eigentliche Grund war allerdings sein politisches Engagement, welches wohl einigen Leuten nicht gepasst hat. Am Dienstag kommt er gegen Bezahlung wieder raus. Jedenfalls waren auch auf dieser Party wieder total viele Hippies (typisch San Cristobal). In dieser Stadt geht es halt viel darum, alternativ zu sein, was auch immer das bedeutet. Die „Alternativen“ zusammen mit den Indigenen machen San Cris jedenfalls zu einer wirklich außergewöhnlichen Stadt.

Manchmal gibt es Dinge, die für mich schon so normal geworden sind, dass mir der Unterschied zu Deutschland gar nicht mehr so bewusst ist. Dazu gehört zum Beispiel der Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Von den hohen bzw. extrem unterschiedlich hohen Bürgersteigen habe ich ja schon berichtet. Bedeutet also auch, dass man hier als Rollstuhlfahrer keine Chance hat. Ebenso wenig mit Kinderwagen, deshalb tragen die Frauen ihre Kinder immer in Tüchern. Man sieht allerdings auch äußerst selten Menschen mit Behinderungen. Sie werden oft von den Familien versteckt. Ich habe bisher zwei gesehen, die sich beide zur Show stellen oder gestellt werden, um Mitleid zu erregen und besser um Geld betteln zu können. Aber sie haben wahrscheinlich auch keine andere Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Wer gibt ihnen schon einen Arbeitsplatz? Unterstützung vom Staat gibt es nicht. Auch Sebastián, 14 Jahre alt (der Junge, der hier im Projekt mit Behinderung zu Welt kam und der von mir 1 x wöchentlich eine spezielle Massage bekommt), wird noch im Tuch auf dem Rücken von seiner Mutter getragen, weil es im Rollstuhl unmöglich wäre.

Ein weiterer Unterschied sind die Transportmittel: Es gibt die sogenannten Colectivos, kleine Busse, die ihre Runden fahren. Es gibt allerdings keine Haltestellen oder Abfahrtszeiten. Man stellt sich einfach an eine Straßenecke, wartet, bis der nächste Bus kommt, und winkt. Eine Fahrt kostet 5 Pesos, das sind etwa 30 Cent. Man bezahlt einfach jede Fahrt beim Fahrer, denn es gibt auch keine Tickets.                                                  Dann gibt es die Busse, die in die benachbarten Städte wie Ocosingo, Comitán oder Tuxtla fahren. Dafür gibt es einen Busbahnhof. Ein Bus fährt los, wenn er voll ist, das kann also schon manchmal dauern. Für mich ist es aber total praktisch, dass es keine Abfahrtszeiten gibt, ich hab es ja nicht so mit der Pünktlichkeit .

 

27.10.2012

Ich komme gerade vom Matratzenangucken und die-Günstigste-Suchen wieder. Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass die meisten Möbel in unserem Haus gar nicht uns bzw. meiner Vermieterin gehören, sondern den Leuten, die hier vorher gewohnt haben. Die wollen ihre Sachen jetzt wiederhaben oder an uns verkaufen. Dazu gehören unter anderem  Boiler, Herd, Tisch und Stühle und eben auch meine Matratze. Meine haben sie jetzt schon mitgenommen, momentan nutze ich die meiner Mitbewohnerin, da sie in den USA ist. Allerdings kommt am Dienstag ein Freund von ihr, der hier ein paar Tage schlafen will, das bedeutet, dass er ihre Matratze braucht. Wahrscheinlich kaufe ich mir morgen eine.

Meine Parasiten sind, glaube ich, weg. Jedenfalls geht es mir meistens wieder gut. An die Sache mit der Hygiene muss man sich aber wirklich erst gewöhnen. Obst und Gemüse müssen erst desinfiziert werden, Wäsche und Geschirr werden mit kaltem Wasser gewaschen, kein Wasser aus dem Hahn trinken, aufpassen, was man auf der Straße von Straßenverkäufern isst.... Das geht alles, ist aber einmal viel umständlicher und natürlich nicht so hygienisch, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin. Deshalb höre ich immer wieder den Spruch, wenn ich jemandem erzähle, dass ich Parasiten habe: Willkommen in Mexiko!  Auch die Sauberkeit bzw. der Schmutz im Haus wird hier nicht so eng gesehen. Hier putzt eigentlich keiner. Dementsprechend sieht es aus, barfuß Laufen ist also nicht angesagt. Auf der Straße ist es ähnlich, es gibt auch kaum Mülleimer, keine Mülltrennung und viele Straßenhunde, die für ihr Geschäft nicht erst den nächsten Busch suchen.

Soviel für heute, übrigens habe ich Fotos in meinem Fotoalbum ausgetauscht, damit ihr mal etwas Neues seht.

                                                                   

03.11.2012

Wow, es ist schon November. Wie schnell die Zeit vergeht. Manchmal habe ich aber auch Gedanken wie: Noch soooo lange, bis ich wieder ein richtiges Brötchen essen kann. Aber ich kann mich nicht beschweren, Mais und Bohnen sind auch lecker.

Dia de los muertos - Tag der Toten (2.November);

hier eines der größten Feste. Die Mexikaner haben einen ganz anderen Umgang mit dem Tod. Manchmal wird er als etwas Ironisches betrachtet, hier fürchtet man sich nicht vor dem Tod. Es gibt zum Beispiel viele Geschäfte, in denen Skelette in allen Formen und Farben verkauft werden.  Die Mexikaner glauben, dass am Dia de los muertos alle Verstorbenen zu Besuch kommen. Alle Familien gehen auf den Friedhof (wobei die Friedhöfe hier ganz anders aussehen: Jede Familie hat, anstatt ein Grab mit Grabstein, ein kleines Häuschen. Er sieht aus wie ein kleines Städtchen) und verbringt dort den ganzen Tag. Es spielen Mariachibands und man gibt den Toten Essen und Trinken. Viele lassen Drachen fliegen, es wird also den ganzen Tag gefeiert, auch schon die Tage vorher. Ausserdem gibt es in diesen Tagen viele Partys, an denen man sich verkleidet, vergleichbar mit Halloween. Ich war am Donnerstag schon mit zwei Arbeitskolleginnen auf dem Friedhof hier in San Cristobal. Donnerstagabend bin ich nach Ocosingo gefahren und Freitagmorgen direkt von einer Party auf den Friedhof  gegangen. Leider musste ich mittags schon wieder fahren, da ich arbeiten musste. Es war aber wirklich ein schönes Erlebnis, der Umgang mit dem Tod hier ist schon sehr faszinierend. Nur von den Halloweenpartys habe ich jetzt wirklich genug. Leider wird es nicht gerne gesehen, wenn man auf den Friedhöfen Fotos macht, da es für die Familien ein Moment ist, in dem sie in Kontakt mit den Verstorbenen sind. Und da ich auf dem Friedhof als Weiße eh schon sehr aufgefallen bin und mich alle angesehen haben, habe ich nicht so viele Fotos gemacht.

 

Im Hogar ist vor ein paar Tagen der 4,5 Kilo schwere Alexis geboren. Consulo, die Mutter, und er bleiben noch bis Mitte dieses Monats. Die letzten zwei Tage habe ich einen Recyclingworkshop gegeben. Wir haben Portmonnaies aus Tetrapacks gemacht, die wollen wir jetzt verkaufen. Mal sehen, ob wir diesen Workshop regelmäßig machen können und vielleicht auch noch andere Dinge herstellen. Jeden Mittwoch gebe ich jetzt einer Frau im Alphabetisationsworkshop Englischunterricht. Es macht viel Spaß mit ihr zu arbeiten, da sie unbedingt Englisch lernen will. Für mich ist es allerdings manchmal schwierig, eine Fremdsprache zu unterrichten, und immer wieder auf einer anderen Sprache zu erklären, die ebenfalls nicht meine Muttersprache ist. Mit den Kindern waren wir letzte Woche auf den Straßen unterwegs. Das ist hier ein Brauch, die Kinder verkleiden sich und singen in Geschäften und bekommen dafür Süßigkeiten. Ungefähr so, wie bei uns Laternensingen. Mit den Frauen im Hogar und meinen Kolleginnen verstehe ich mich wirklich richtig gut. Manchmal gucken wir abends nach den Workshops noch Filme zusammen.

Langsam wird es kälter in San Cristobal. Aber ich habe mitlerweile genug Decken, mir fehlt nur noch ein bisschen warme Kleidung, damit ich den Winter gut überstehe. Wie ich gehört habe, ist die Kälte auch schon in Deutschland eingetroffen. Ich wünsche euch allen eine schöne Herbstzeit.

 

Consuelo in der Mitte, mit ihrer Familie und Alexis            Die Kinder beim Singen in Geschäften

So wird aus einer Milchpackung ein Portmonnaie

11.11.2012

Letzten Donnerstag wurde ich von einem Erdbeben geweckt. Es war aber nur ein Wackeln, die Leute waren etwas in Panik, aber es ist nichts passiert. Hier zumindest nicht : http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Verletzte-und-TsunamiGefahr-bei-Erdbeben-in-Guatemala/story/10493330.

Dieses Wochenende wollte ich eigentlich wegfahren, ist aber etwas dazwischen gekommen. Am Freitag war ich bei der Geburt von Naomi dabei. Das war ein tolles Erlebnis, vor allem weil ich ein sehr gutes Verhältnis zu Blanca, der Mutter habe. Sie ist auch 19 Jahre alt und es ist unvorstellbar, was für verschiedene Leben wir führen. Sie ist in einem Heim aufgewachsen, da ihre Eltern sie schon sehr früh verkauft haben. Es war ein Wunschkind, sobald sie den Hogar verlässt, wird sie mit ihrem Freund bei seiner Familie wohnen und die Schule zu Ende machen. Ich habe erst an dem Abend erfahren, dass es ein Wunschkind ist und versuche immer noch zu verstehen, wie man in der Situation eine Schwangerschaft planen kann. Aber so verschieden sind eben die Perspektiven und Lebensumstände. Jedenfalls war es eine sehr schöne Geburt. Ich hatte erst ein bisschen Angst, gerade was das Sprachliche angeht, dass ich nicht alles verstehe. Aber es war eine sehr ruhige, schöne Atmosphäre. Die Hebamme ist wenige Stunden vorher gegangen, um zu essen. Am Ende ging es dann ganz schnell, sodass sie erst ankam, als das Kind schon da war. Ich glaube aber, einige Dinge sind hier anders als in Deutschland, auch wenn ich vorher noch nie bei einer Geburt dabei war. Die Nabelschnur wird erst eine Stunde später durchgeschnitten, das Baby bleibt solange mit der Placenta verbunden. Außerdem muss die Mutter etwas von der Placenta trinken, dass soll gute Medizin für sie sein. Hier gibt es auch nicht die ganzen technischen Geräte, wie Ultraschallgerät oder so etwas. Der Herzschlag des Babys wird mit einem Stethoskop     abgehört.

 

Blanca mit Naomi und unseren Krankenschwestern

11.12. 2012

Jetzt habe ich schon so lange nichts mehr geschrieben, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Am Besten bei der Arbeit: Im Moment haben wir gar keine internen Frauen, also Frauen die hier zur zeit wohnen. Wir betreuen aber eine Frau, Lethicia, 16 Jahre alt, sie hat eine kleine Tochter Sophia. Sophia ist 1 Jahr und 2 Monate alt, ist aber nicht ganz gesund, sie hat etwa die Größe eines 6 Monate alten Babys, sie läuft und spricht gar nicht und hängt sehr an ihrer Mama, was es schwierig macht, mit ihr zu arbeiten. Die Mutter wohnt etwas außerhalb von San Cristobal mit ihrem Bruder zusammen. Dort wohnen noch andere kleine Kinder, die Sophia angeblich immer ärgern, deswegen trägt Leti sie immer in ihrem Tuch. Sophia sieht etwas verwahrlost aus, sie hat ganz schlechte Haut, Ausschlag, vermutlich weil sie zu selten die Windeln gewechselt werden und isst kaum etwas. Außerdem ist Leti wieder im 6. Monat schwanger, das Baby hat aber keine Überlebenschance, es hat keine Schädeldecke und das Herz ist viel zu klein. Das bereitet unseren Krankenschwestern im Moment ganz viele Sorgen, da keiner weiß, wie die Geburt ablaufen wird und ob das Baby noch im Bauch stirbt oder erst, nachdem es geboren ist.

Ansonsten laufen die Workshops wie gewohnt weiter, auch wenn zur Zeit häufig mal keine Frauen kommen. Kürzlich wurden wir von einer Universität eingeladen, dort unseren Schmuck zu verkaufen. Ich sollte meine Kollegin und ihre kleine Tochter begleiten und mit dem alten Käfer meiner Chefin dorthin fahren. Autofahren ist hier sowieso schon anders, denn es gibt keine Regeln, man fährt halt so wie es geht. Die Straßen sind extrem schlecht und der Käfer hat es mir auch nicht leicht gemacht. Ich selber war aber auch etwas blöd, denn nachdem wir erst alle 5 Meter stehen geblieben sind, habe ich gemerkt, dass ich die Handbremse nicht gelöst habe. Wir sind aber am Ende doch heile angekommen. 

Jeden Montag fahre ich jetzt zu Sebastián und seiner Familie nach Hause und gebe ihm dort Therapie (Massage). Die Familie lebt in einer Comunidad am Stadtrand. Sebastián lebt dort mit seiner Mutter, seiner Schwester, dem Stiefvater und dessen zwei Söhnen. Sie haben dort ein kleines Holzhaus mit zwei Zimmern, es leben also alle zusammen auf etwa 15 Quadratmetern. Draußen steht ein Klo, mit Tüchern umhangen und es gibt ein Baño de Temazcal, das ist etwa so, wie ein Dampfbad. Das habe ich vor einer Woche ausprobiert, man legt sich dort hinein (normalerweise ist es wie ein Iglo aus Ton, in diesem Fall ist es eine kleine Holzhütte), es wird wie bei einer Sauna Wasser aufgegossen und mit Palmenwedeln schlägt man sich den Körper ab. Das war sehr entspannend, für die Familie ist es aber gleichzeitig der Ort für die Körperpflege, also Ersatz für eine Dusche. Dieses Bad wurde von den Mayas schon vor sehr langer Zeit erfunden und gehört  zur mexikanischen Tradition. 

              Baño de Temazcal                                                                                       Die Familie von Sebastián (ohne ihn) und ich.

In der letzten Zeit passieren ganz schön viele Unglücke: gleich bei mir um die Ecke ist ein großes Restaurant abgebrannt (ca. 1 Std. zuvor haben wir dort noch zusammen gegessen), Jenny Riviera, eine der Superstars Mexikos ist mit ihrem Flugzeug abgestürzt, in Ocosingo wurde ein Mann verbrannt (keiner weiß warum), in Mexiko und Guadalajara gab es einige Tote, was mit dem Regierungswechsel zusammenhängt und hier in San Cristóbal gab es Auseinandersetzungen zwischen den Indigenen und dem Militär, was die Leute hier ganz schön in Schrecken versetzt hat. Es geht dabei um ein Grundstück, das einem Amerikaner gehört. Dort wollten Indigene ihre Häuser bauen, deshalb hat die Polizei und das Militär eingegriffen und über 100 Indigene festgenommen. Einige Institutionen wie zum Beispiel Kindergärten haben geschlossen, bzw. sich eingeschlossen. 

 

 

  Über Weihnachtsfeeling und mexikanische Weihnachtstradition berichte ich in Kürze. 

8.12.2012

Hier ein Bericht darüber, wie Weihnachten in Mexiko gefeiert wird.

Hier hat fast jeder einen künstlichen Weihnachtsbaum, da sich die meisten Familien keinen echten Tannenbaum leisten können und überall hängen bunte, glitzernde und blinkende Lichter. Ungefähr so kitschig habe ich mir Weihnachten bisher nur in den USA vorgestellt. Wie in Deutschland gibt es auch hier Adventskalender.
Ein wichtiger Teil der Weihnachtszeit sind die Umzüge der Gemeinden in einen anderen Bundesstaat oder zumindest an einen Ort, der etwas weiter weg ist. Zu Fuß sind sie etwa zwei Wochen unterwegs, am 12. Dezember müssen sie wieder an ihrer eigenen Kirche angekommen sein. Während ihrer Reise tragen sie traditionelle Trachten und bei ihrer Ankunft in der Heimat, kommt das ganze Viertel in die Kirche um sie zu begrüßen, denn es kommen natürlich nicht immer alle mit. Diese Umzüge nennt man Antorchas. Damit ehren sie die Guadalupe. Außerdem gibt es die sogenannten Posadas: Die Leute gehen von Haus zu Haus, spielen die Weihnachtsgeschichte nach, dürfen danach eintreten und es wird zusammen gegessen. Es wird also die Herbergssuche von Maria und Josef nachgespielt/nachempfunden. Die Posadas sind zwischen dem 16. und 24. Dezember.
Auch in Comunidades – Gemeinden indigener Völker- wird der 12. Dezember gefeiert. Es ist der Tag der Virgen de Guadalupe – der Jungfrau Maria. Es gibt einen Gottesdienst um sie zu ehren und danach einen Umzug durch die ganze Comunidad mit einer Statue von Maria. Die Frauen tragen oft einen Schleier, genauso wie die Jungfrau, bzw. die Statue. Am Ende des Umzuges wird diese dann in der Kirche gelassen und mit Blumen geschmückt. Dann beginnt das Fest.
Der 24. Dezember: Schon ganz früh am Morgen fängt man an zu kochen und alles vorzubereiten. Es wird ein Huhn oder meistens sogar ein Truthahn geschlachtet, es wird Ponche vorbereitet, ein Heißgetränk aus Äpfeln, Quitten und Zuckerrohr, bzw. Posh, ein hochprozentiges alkoholisches Getränk aus Zuckerrohr. Die Hausfrauen machen Tamales, ein mit verschiedenen Dingen gefüllter Maisteig, und noch Vieles mehr. Das ganze Haus wird geputzt und aufgeräumt und ein Altar, also wie in Deutschland eine Krippe, aufgestellt. Erst um 00 Uhr nachts wird das Jesuskind in die Krippe gelegt und die Familie isst zusammen. Danach gibt es Musik, es wird getanzt und viele Familien haben außerdem eine Piñata, eine mit Süßigkeiten gefüllte Figur, die an der Decke hängt und von den Kindern zerschlagen wird. Um 1 Uhr nachts feiern sie einen Gottesdienst, in der die Weihnachtsgeschichte mit der ganzen Gemeinde nachgespielt wird. Außerdem wird ein ganz bestimmtes Weihnachtslied gesungen. In manchen Familien gibt es kleine Geschenke.
In einer Comunidad wird der 24. Dezember etwas anders verbracht. Anstatt einem Truthahn wird gleich eine Kuh geschlachtet. Alle Leute der Comunidad verbringen den ganzen Tag zusammen in der Kirche, es gibt einen großen Altar und mittags wird zusammen gegessen: Tortillas, Tamales, Pan(Brot) und eben die Kuh. Um Mitternacht suchen alle zusammen den Weihnachtsstern am Himmel, der Größte ist es letztendlich. Dem Jesuskind in der Krippe werden Süßigkeiten und andere schöne Dinge gegeben und es beginnt das Fest mit Mariachimusik, typisch mexikanischer Musik und traditionellen Tänzen.

Als ich das letzte Mal nach Ocosingo gefahren bin, habe ich auf dem Weg ganz viele Antorchas gesehen. Die Gemeinde sitzt auf den Ladeflächen der Autos und immer mindestens einer muss etwa 8 Kilometer mit einer Fakel in der Hand laufen. Dann wird gewechselt. Viele haben Statuen oder Bilder der Jungfrau dabei. Bei der Hitze auf manchen Strecken also wirklich anstrengend, zumal sie ihre traditionellen Gewänder und Pelzwesten anhaben. Auch in Ocosingo selber im Zentrum haben gerade ganz viele Pause gemacht und auf dem ganzen Platz geschlafen. Das war ziemlich beeindruckend zu sehen, wieviele doch an diesen Antorchas teilnehmen und was sie in dieser Zeit auf sich nehmen.

Am 12. Dezember wird überall groß gefeiert. Vormittags habe ich meine Arbeitskollegin Mary und ihre Tochter Camila in eine Comunidad begleitet. Sie hat dort einen Workshop zum Thema Kombination von Farben gegeben. Ich habe leider nicht viel verstanden, da sich alle auf Tsotsil unterhalten haben, es war aber trotzdem eine spannende Erfahrung. 

Abends war ich auf dem Fest an der Kirche de Guadalupe hier in San Cris. Das ganze ist eine Mischung aus viel Kirmes und etwas Weihnachtsmarkt. Spät abends sind wir in die Kirche gegangen, die sehr schön geschmückt war, viele Leute bringen Blumengestecke mit. Vor der Kirche gab es dann ein Feuerwerk, es wurde die Virgen de la Guadalupe nachgebaut, die am Ende als Feuerwerk gebrannt hat.

 


 

Ich selber habe an diesem Abend keine Fotos gemacht, hier ist aber ein Video von demselben Abend und genau demselben Ort, wo ich auch war. Am Ende sieht man auch ein paar von den Autos, mit denen die Gemeinden unterwegs sind.

http://www.youtube.com/watch?v=lr5eMUDUeY0

 

Auf der linken Seite: Antorchas

Hier seht ihr Fotos aus der Comunidad.

 Am Donnerstag fangen meine Ferien an. Mein Plan ist es, am 21. Dezember ("Weltuntergang"nach dem Maya Kalender) nach Palenque zu den Ausgrabungsstätten zu fahren.

 

Danach möchte in die Selva fahren, um dort Weihnachten in einer Comunidad zu verbringen.

 

 

Kurz vor Silvester fahre ich nach Oaxaca, wo dann Anfang Januar auch mein Zwischenseminar stattfindet.

Somit wünsche ich euch jetzt noch eine schöne Weihnachtszeit, frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr. Außerdem an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Eure Spenden und Gebete.

 

15.01.2013

Als allererstes wünsche ich euch ein frohes neues und gesegnetes Jahr. Hoffentlich habt ihr Weihnachten und Silvester alle gut überstanden.

Ich bin letzte Woche aus meinem Urlaub bzw. von meinem Seminar wiedergekommen.

Ich fange am besten von vorne an: Zum 21. Dezember bin ich tatsächlich nach Palenque zu den Ausgrabungsstätten gefahren. Die Welt ist zwar nicht untergegangen aber dafür gab es dort unglaublich viele Hippieamerikaner, die dort ihre Zeremonien gefeiert haben und zum Teil sogar vor den Inschriften saßen und die Mayagötter angebetet haben. Das Ganze war mir schon fast unheimlich. Dementsprechend schwierig war es, in der Stadt Palenque ein Zimmer für die Nacht zu finden, natürlich hatten die ganzen Us-Amerikaner schon alles belegt, habe ich blöderweise nicht vorher drüber nachgedacht. Nach ein paar stunden Suche und komplett nass (es hat den ganzen Tag geregnet) habe ich doch noch ein sehr teures Hotel mit dem letzten freien Zimmer gefunden. Am nächsten Tag bin ich dann weitergefahren zu Agua Azul, einem ziemlich berühmten Wasserfall. Da es den Vortag so sehr geregnet hat, war das Wasser nicht so schön blau wie sonst, trotzdem sehr beeindruckend.

Palenque                                                                          Agua Azul

Ich bin dann am 23.12. nach Ocosingo zurückgekehrt. Eigentlich wollte ich schon zu Weihnachten mit einem Freund in die Selva in eine Comunidad fahren. Allerdings sind es von letzten Ort, zu dem Autos fahren können, noch einmal einige Stunden zu Fuß, und zwar mitten durch den Urwald. Deshalb mussten wir auf jeden Fall von dem Onkel abgeholt werden. Das ging aber erst am 26. Dezember. Der Grund: "Am 24. fangen wir schon an zu trinken und feiern     Und am 25. sind wir noch zu betrunken, um etwas Sinnvolles zu tun."  Also konnten wir noch nicht mit dem Onkel rechnen. 

Am 24. Dezember sind wir dann also in Ocosingo geblieben und ich habe mir am Abend die Posada (oben erklärt) durch die Stadt angeguckt und bin dann in den Weihnachtsgottesdienst gegangen. Die Posada war wirklich schön. So ähnlich wie beim Krippenspiel in Deutschland wird die Weihnachtsgeschichte nachgespielt, allerdings kommt ein ganz großer Teil der Gemeinde zusammen in die Kirche, das Jesuskind wird hereingetragen und in die Krippe gelegt und dann beginnt der Gottesdienst. Die Kirche war schön (kitschig) geschmückt, mit blinkenden Lichterketten, die auch noch eine Weihnachtsmelodie dudeln. Der Gesang vom Chor war da aber nicht besser!  Danach war es dann nicht mehr so spektakulär. Wie bei vielen Familien war es auch bei der Familie, bei der ich war, Tradition, dass die Männer trinken. Viel mehr ist dann auch nicht passiert. 

Wir sind dann also erst zwei Tage später in die Selva (Urwald) gefahren. Zuerst mussten wir 6 Std. Camioneta fahren (wie ein Pickup, auf dessen Ladefläche so viele Menschen transportiert werden, wie es nur geht. Dazu Gepäck, Hühner, Alkohol,...) bis in das Dorf Nirvarra. Das ist der letzte Ort, der von Autos befahren werden kann. Dort hat uns der Onkel mit zwei Pferden abgeholt. Und wie mir vorrausgesagt wurde, war der Weg durch die Selva richtig hart!!! Ich weiß wirklich nicht, wie die Leute sich den Weg merken können, denn es geht wirklich durch den dichten Urwald. Zum Teil bin ich bis zu den Knien in Sümpfen eingesunken, deswegen durfte ich dann auch viele Strecken reiten. Wäre ich gelaufen, wären wir nie angekommen (hat man mir später gesagt). Meine Aufgabe war es dann also nur noch, mich auf dem Pferd zu halten, was aber auch alles andere als einfach war. Die Pferde sind zum Teil selber oft auf Felsen ausgerutscht oder eingesunken. Vor allem auf dem Rückweg gab es eine Situation, in der ich echt Angst bekommen hab. Wir sind schon in der Nacht losgelaufen, um den Weg zu schaffen. Es war also dunkel und wir mussten mit den Pferden durch einen Fluss. Die ganze Nacht vorher hat es geregnet, deswegen war die Strömung extrem stark. Die Pferde konnten sich kaum noch halten, da dachte ich einen Moment lang; jetzt werden wir mitgerissen! Naja, ist aber nochmal alles gut gegangen. Als wir nach gut 6 Stunden laufen und reiten in Guanal, der Comunidad angekommen sind, hat uns die Tante schon mit Essen empfangen. Ich hatte mich dann eigentlich auf's Ausruhen und Schlafen gefreut, bis mir klar geworden ist, dass es dort keine Matratzen gibt. Wir durften in dem Haus der Familie schlafen, allerdings auf Holzbrettern, die mich keine Nacht richtig schlafen ließen. Ich bin halt irgendwie doch verwöhnt. Die Comunidad ist wunderschön, in einer Lichtung, umgeben von zwei Flüssen. In dem einen wird gebadet und Wäsche gewaschen und in dem anderen ist kristallklares Wasser, was als Trinkwasser dient. Da es keinen Strom gibt, wird auf Feuer gekocht. Die Arbeit und das Leben der Menschen dort, besteht also wirklich daraus, zu überleben. Die Männer gehen tagsüber auf die Felder, Kaffee schneiden oder Mais pflücken. Ab und zu machen sie sich auf den Weg in die Stadt, um dies zu verkaufen und kaufen dafür Dinge wie Taschenlampen, Kerzen oder Töpfe ein und nehmen sie mit in die Comunidad. Die Frauen waschen Wäsche, kochen und verarbeiten alles, was die Männer am Abend mitbringen. Für die Kinder gibt es zwar eine Schule, allerdings keine Lehrer. Ganz selten kommt wohl mal eine Lehrerin für ein paar Tage mit dem Flugzeug. Die Kinder spielen also den ganzen Tag miteinander und gehen im Fluss schwimmen. 

Ich bin dann am 31.12.  zurück nach San Cristóbal gefahren und habe Silvester hier mit Freunden verbracht.

Am 1. Januar bin ich dann gleich weitergefahren nach Oaxaca, ein Bundesstaat nördlich von hier. Dort hatte ich für 6 Tage das Zwischenseminar zusammen mit den anderen Freiwilligen vom Welthaus. Neben politischen und sozialen Themen ging es viel um unsere jeweiligen Projekte und darum, wie es uns hier geht. Oaxaca-Stadt ist sehr schön. Ich habe mich dort aber eher wie in Italien oder Südfrankreich gefühlt. Der ganze Bundesstaat unterscheidet sich sehr von Chiapas. 

An meinem ersten Arbeitstag hatten wir gleich eine Versammlung. Dort ist herausgekommen, dass meine Kolleginnen, die im Projekt arbeiten, ab nächstem Monat nicht mehr bezahlt werden können.

Das Hogar nimmt jetzt wieder zwei Frauen auf, deswegen gibt es wieder mehr Kosten für das Haus.

Jetzt müssen sich einige aus dem Team zusätzlich einen anderen Job suchen, damit sie sich und ihre Familie ernähren können. Dass wir in einer finanziellen Krise stecken, wussten wir zwar alle, aber dass es so schlimm aussieht, hat keiner von uns geahnt. Jetzt müssen wir also alles in Bewegung setzen, um die nächste Zeit zu überstehen. Vielleicht möchte ja jemand von euch das Hogar mit einer kleinen Spende unterstützen:

Am besten ist es, wenn ihr dann das Geld auf mein Konto überweist, mit den Verwendungszweck "Hogar Communitario Yach´il Antzekik". Ich übwerweise es dann auf das Hogar Konto, denn von Deutschland ist es nicht so einfach auf ein mexikanisches Konto eine Überweisung zu tätigen.

Meine Kontodaten: Sarah Ramhorst - Deutsche Kreditbank   BLZ 120 300 00  -  Kontonummer: 1016989236

 

Ansonsten gibt es bei der Arbeit wieder mehr zu tun. Wir machen im Moment ganz viel Werbung für unsere Arbeit, damit wieder mehr Frauen zu den Workshops kommen. Wir klingeln an den Häusern und erzählen den Leuten, was wir machen. Und zum Teil kriegt man da ganz schön heftige Sachen mit. Uns öffnen betrunkene Familienväter, die vor uns ihre Kinder schlagen und Frauen fangen an zu weinen und erzählen uns ihre Schicksale. Trotzdem macht mir das viel Spaß, weil man immer wieder sieht, dass es wirklich viele Frauen gibt, die unsere Hilfe gut gebrauchen können und viele Frauen, die auch interessiert sind an unseren Workshops. 

09.02.2012

Mal wieder ist eine lange Zeit vergangen, in der ich nicht von mir berichtet habe.

Ich war die letzten zwei Wochen ziemlich krank, hatte Salmonellen und Parasiten, weshalb ich nicht arbeiten konnte, mir ging es wirklich schlecht und ich war total schlapp und hatte zeitweise heftige Bauchschmerzen. Ich habe aber endlich einen sehr guten Arzt gefunden, der mir gut weiterhelfen konnte. Für die Arztuntersuchung und Laboruntersuchung und die Medikamente habe ich allerdings ein Vermögen ausgegeben. Diese Woche habe ich wieder mit der Arbeit angefangen.

Im Hogar haben wir jetzt drei interne Frauen, unter anderem immer noch Leti, von der ich euch schon einmal berichtet habe. Sie hat schon eine kleine Tochter, die nicht ganz gesund ist, das Baby wird sie entweder bei der Geburt oder kurz danach verlieren. Deshalb müssen wir im Moment alle anrufbereit sein, damit Leti schnell ins Krankenhaus kommt, einer bei ihrer Tochter bleibt und Leute da sind, die sich um den ganzen Prozess mit dem Baby kümmern, wenn es dann verstorben ist. Die anderen beiden Frauen sind gerade erst gekommen, über deren Situation weiß ich noch nicht viel. So schlimm die Situation von Leti ist, ich erlebe sie und auch ihre Tochter Sofía viel glücklicher als am Anfang. Beide haben sich sehr stark verändert und viel gelernt und Leti ist, soweit das möglich ist, auf die Geburt vorbereitet. 

Ansonsten haben wir weiterhin Werbung auf der Straße gemacht und es gibt schon einige wenige Frauen, die zu unseren Workshops kommen. Finanziell hat sich allerdings gar nichts verändert. Nach wie vor können die Gehälter nicht bezahlt werden und viele arbeiten auf freiwilliger Basis weiter im Hogar.

Seit letzter Woche arbeite ich dreimal die Woche vormittags in einem Kinderheim. Das Projekt nennt sich Mensajeros de la Paz - Friedensboten. Dort leben sieben Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren. Meine Aufgabe ist, die Kinder morgens zur Schule und Vorschule zu bringen. Danach mache ich mit einem 11-jährigen Mädchen Hausaufgaben. Maria ist in der ersten Klasse, deshalb hat sie zur Zeit nachmittags Unterricht. Ihre Mutter hatte sie früher nicht in die Schule geschickt. Nach den Hausaufgaben lerne ich mit ihr Noten lesen und sie kann schon ein paar Sachen auf dem Keyboard spielen.   . Mittags hole ich die Kinder wieder ab und gucke, dass der sehr strenge Tagesablauf bis zum Mittagessen eingehalten wird. Die Arbeit dort macht mir viel Spaß, ist aber auch sehr hart. Es erschreckt mich, wieviel Liebe und Zuneigung die Kinder jetzt schon von mir einfordern, obwohl sie mich kaum kennen. Alle Kinder kommen aus unterschiedlich schwierigsten Verhältnissen und haben in ihrem kurzen Leben schon viel erlebt. 

Ich habe jetzt außerdem einen Salsa-Tanzkurs angefangen, der fünf mal die Woche abends stattfindet.  Ich gehe auch weiterhin ins Fitnessstudio.

Mit der doppelten Arbeit und meinen Freizeitaktivitäten ist mein Alltag inzwischen sehr anstrengend, ich bin aber endlich ausgelastet, was mir lange gefehlt hat.

 

 

 

19.03.2013

Ich bin mal wieder krank. Keine Ahnung was ich diesmal habe...ich denke es sind wieder Parasiten.

Ich bin auch schon wieder umgezogen. Ich wohne jetzt nicht mehr mitten im Zentrum, was mir ganz gut tut. Es ist nicht mehr so laut und ich bin nicht mehr so mitten im Tourismus. Hier fühle ich mich wohler, es ist ruhiger und ich habe trotzdem alles in der Nähe, was ich brauche. Ich habe hier eine schöne Wohnung gefunden, die relativ günstig ist. 

Jetzt habe ich auch ein kleines Kätzchen beziehungsweise einen Kater. Er ist schon ein halbes Jahr alt aber noch ganz klein, er hat vorher kein Futter bekommen sondern sich nur von Tortillas ernährt. Außerdem ist er ganz krank. Aber seit er hier ist, ist er schon ein klein bisschen gewachsen und sieht besser aus als vorher. 

Im Hogar arbeite ich jetzt mehr. Ich gebe regelmäßig einen Workshop zum Thema Recycling für die Frauen und bin mehr im Bereich Gesundheit, was mir gut gefällt. Ins Kinderheim gehe ich weiterhin, allerdings bin ich dort jetzt weniger Stunden. Inzwischen sind im Hogar zwei weitere Babys geboren und das dritte kommt wahrscheinlich noch diese Woche. 

Letztens waren wir bei einem sehr schönen Wasserfall in der Nähe von Oxchuc. Unten seht ihr ein Foto. Ein schöner Ort um mal auszuspannen und man kann sogar schwimmen gehen. 

Ab nächster Woche habe ich Urlaub und bekomme Besuch aus Deutschland. Ich freu' mich sehr darauf endlich ein bisschen Heimat hier zu haben. 

17.05.2013

Ihr Lieben, als allererstes stelle ich euch ein Video rein, das schon vor laengerer Zeit fertig geworden und sehr beeindruckend ist. Es zeigt den Marsch der Zapatisten am 21.12.2012 in San Cristobal.

http://www.youtube.com/watch?v=CrFVB78SpE0&feature=youtu.be

 

Nun zu dem, was in letzter Zeit passiert ist. Im Maerz hatte ich Besuch von meiner Omi und meiner Schwester. Wir sind ein bisschen rumgereist und haben viel von Chiapas gesehen. :)

In letzter Zeit habe ich viel gearbeitet, ich habe im April eine Krankenschwester vertreten, manchmal war ich 2 Tage am sSueck im Hogar (auch nachts). 

 

Im Hogar haben wir im Moment keine Frauen, was nach der Zeit, in der wir vier Frauen zeitgleich hatten und ich so viel arbeiten musste aber auch in Ordnung ist. Es gibt trotzdem genug zu tun, ich habe zum Beispiel Orugas, den Kinderbereicht komplett neu organisiert und wir haben Workshops zu verschiedenen Themen vorbereitet. 

 

Eine Kollegin und ich fahren jetzt öfter in Comunidades und geben Workshops zu verschiedenen Themen wie Selbstwertgefühl. Das macht viel Spaß, ist aber auch oft schwierig, da ich mich manchmal gar nicht mit den Frauen verständigen kann, weil sie kein Spanisch sprechen. Auch die Mentaliät ist komplett anders, es gibt Verhaltensweisen, die ich nicht nachvollziehen kann und die in Deutschland als unhoeflich oder respektlos gelten, dort aber ganz normal sind. Andersherum merke ich manchmal wie ich von ihnen komisch angeguckt werde, wenn ich irgendetwas mache. Beim letzten Mal habe ich mit den Kindern aus einer Comunidad gefilzt, das fanden die total toll, wir haben schöne Schlüsselanhänger gemacht.

Ich bin leider schon wieder krank.  Letzte Woche bin ich zu einem Gastroentereologen gegangen und habe Laboruntersuchungen gemacht, bei denen herausgekommen ist, dass alles in Ordnung ist. Da ich das nicht glauben konnte, bin ich zu einem anderen Arzt gegangen und habe noch einmal eine Untersuchung in einem anderen Labor gemacht. Das Ergebnis war, dass ich alle moeglichen Bakterien in meinem Koerper habe, unter anderem auch schon wieder Salmonellen. Mein Arzt hat mir jetzt verboten in Comunidades zu essen, womit er sicherlich recht hat, denn die Hygiene dort haelt sich sehr in Grenzen. Mir geht es aber soweit ganz gut, die Schmerzen halten sich in Grenzen.

Abgesehen davon moechte ich die letzten Wochen genießen, inzwischen sind es weniger als drei Monate bis ich wieder in Deutschland bin. Es gibt Momente in denen ich Heimweh habe, genauso sehr habe ich aber auch Angst davor zurueckzukommen und wuerde eigentlich gerne hier bleiben.

Zusaetzlich zu meinem Kater haben wir jetzt noch zwei Hundewelpen, die erst 4 Wochen alt sind. Die Mutter hat keine Milch mehr und kann sie deswegen nicht mehr ernaehren. Die beiden sind süß, machen aber Dreck und Arbeit!!!

Kürzlich war ich fuer ein Wochenende in Chetumal, Quintana Roo an der Grenze zu Belize. Jetzt habe ich endlich mein Visum und kann entspannt in Mexiko sein und bleiben (fuer alle die davon wissen) und habe abgesehen davon ein schoenes Wochenende an der Karibikküste verbracht .

 

 



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